Archiv der Kategorie: Interkulturelles

Interessantes rund um das Thema interkultuerelle Unterschiede von Deutschen und Engländern bzw. Amerikanern

To Kiss And Tell – schweigende Kavaliere

To Kiss And Tell – Bedeutung Deutsch

Auch wenn die interkulturellen Unterschiede zwischen Teutonen und Angloamerikaner manchmal groß erscheinen, sind sich Angelsachsen und Deutsche in einer Beziehung ausnahmsweise einig. Ein Liebhaber muss über die intimen Detail eines Stelldicheins absolutes Stillscheigen bewahren, um die Ehre seiner Angebeten zu schützen.

Während also im Deutschen der Kavalier genießt und schweigt, verzichtet der anglophone Don Juan darauf zu küssen und zu erzählen: „to kiss and tell“.

zum Beispiel:

Q: So what happened last night between you and Susan?
A. That’s none of your business, I’m not the kind to kiss and tell.

The United States of America – es kann nur einen geben

United States of America Mehrzahl oder Einzahl

 

Anders als die Europäische Union, sind die Vereinigten Staaten von Amerika ein mehr oder weniger natürlich gewachsener Bundesstaat. Um dies auch grammatikalisch zu bekräftigen, werden diese im Englischen deswegen ausschließlich im Singular verwendet.

zum Beispiel:

The United States is one of the most powerful nations in the world.

Mount Rushmore – Großkopferte

Der überdimensionaler Personenkult ist nicht erst seit der Celebritiy Kulltur ein fester Bestandteil unseres Alltages.
Von der Sphinx bis zu den Leninstatuen scheinen die Menschen einen Drang danach zu haben einige Auserwählte emporzuheben, nur um sie dann wieder zu stürzen.

In den USA sind in einen Berg namens Mount Rushmore in South Dakota vier amerikanische Präsidenten in Stein gemeisselt und sollten sie nicht von Taliban weggesprengt werden, werden sie dort noch einige Zeit bleiben.

Für die Ratewütigen unter den Lesern ein kleines Quiz: welcher Päsident befindet sich nicht unter den Auserkorenen?

Thomas Jefferson, Abraham Lincoln, John F. Kennedy, Theodore Roosevelt, George Washington

Interessanterweise kümmert sich die deutsche Firma Kärcher (R), Hersteller für Hochdruckreiniger, um die Instandhaltung dieses Monuments.
Deutsche Wertarbeit für Präsidentenkosmetik eben.

Country vs. Land

Was im Deutschen als Vaterland eine patriarchalische Denkweise vermuten lässt, ist im Englischen als motherland schon weit emanzipierter.

Wie so oft unterscheidet die englische Sprache in diesem Zusammenhang feiner. Denn wo im Deutschen mit Land ein Begriff ausreicht, muss man im Englischen zwischen country und land wählen.

Country wird meist verwendet, wenn es sich um ein Land im Sinne seiner politischen Abgrenzungen handelt.

z.B.: Germany is the country next to France.

Land wird bevorzugt, wenn man auf ein Land im Bezug auf seine ideelle Bedeutung anspielt.

z.B.: Japan is the land of the rising sun.

Auch wird land meist verwendet um von Land in seiner eigentlichen Funktion im Sinne von Grund und Boden zu sprechen.

z.B.: My father owns a lot of land.

Für Musikfans, die sowohl Country als auch Western mögen, ist klar, dass wenn man sich im Englischen aufs Land begibt, in the country ist.

z.B. My father owns a house in the country.

POSH – elitäre Abkürzung

Eigentlich sind Akronyme (Abkürzungen von Begriffen, die aus den Anfangsbuchstaben ihrer Komponenten gebildet werden) ein Faible der US-Amerikaner, deren wohl bekanntestes Elaborat (lol = laughing out loud) mittlerweile ein fester Bestandteil der deutschen Jugendsprache geworden ist.

Das Wort posh hat wohl als Identifikator für Victoria Beckham (née Spice) Berühmtheit erlangt. Posh bedeutet in seiner eigentlichen Bedeutung so etwas wie schicki-micki oder etepetete, muss aber mittlerweile, wohl aufgrund der Genussmittelgewohnheiten der oberen Zehntausend, ebenso als Synonym für Kokain herhalten.

Der Ursprung kommt, wie viele idiomatische Redewendungen im Englischen, aus der Seefahrersprache. Früher wurden die Gepäckstücke von besonders distingierten Passagieren auf Seereisen mit dem Kürzel POSH versehen, um sie vom gemeinen Fußvolk zu trennen.

Diese Abkürzung bedeutete Port Out Starboard Home (port = Backbord; starboard = Steurbord), was die Lage der Kabine der Priviligierten beim Verlassen des Hafens, bzw beim Erreichen des Reisezieles sicherstellte, um den Herrschaften eine bessere Aussicht zu garantieren.

The Washington Redskins – politische Korrektheit made in USA

Auch in Deutschland wird mittlerweile diskutiert, ob es nicht besser ist ein Sintischnitzel mit Romasoße zu bestellen, anstatt den von den Nazis verunglimpften Begriff „Zigeuner“ zu benutzen.

Auch in den USA ist Obama bemüht, rassistisch eingefärbte Namen aus der Umgangssprache zu verbannen. So ist eine heiße Diskussion um den Namen des Football Teams der Hauptstadt mit Namen Redskins entbrannt.

Besonders die Ureinwohner Amerikas sind sehr sensibel, wenn es um Ihre Indentifizierung geht, und so mögen sie nicht als „Indians“ bezeichnet werden, sondern bevorzugen den Term „American Native„. Der Identifikator „Redskins„, Rothaut also, geht gar nicht und sollte tunlichst gemieden werden, besonders als Name für das Football Team der Hauptstadt.

Wenn die Amerikaner sonst keine Probleme haben.

Wednesday – nordischer Wochentag

Während im Deutschen meist der ethymologische Ursprung des Samstag Rätsel aufgibt, sind sich viele Englisch Sprechende nicht über die Wurzeln des englischen Mittwoch im Klaren.

Der englische Wednesday ist, genau wie der Friday der Ehrentag einer nordischen Gottheit.  Auch wenn man im Deutschen irrtümlich gerne annimmt, dass der Freitag, Freitag heißt, weil man frei hat, stammt der Name eigentlich von der nordischen Göttin Freya. Genauso verhält es es sich mit dem englischen Wedenesday, der dem nordischen Gott Odin (Wotan, in seiner südgermanischen Übersetzung, Wodan in seiner altenglischen Version) gewidmet ist.

Black Friday – schwarzer Donnerstag?

In den USA verbindet man mit dem sogenannten Black Friday den Freitag vor dem Thanksgiving-Wochendende, der dem Einzelhandel traditionsgemäß hohe Umsätze beschert. Der Usprung dieses Names kommt daher, weil Händler an diesem Tag statt roter, schwarze Zahlen schreiben.

Der schwarze Freitag, der Bundesbürgern Erinnerungen an Depression, Börsencrash und Hyperinflation wachruft, ist in den USA, aufgrund der Zeitverschiebung, ein Black Thursday.