Archiv der Kategorie: laugh on the loser

diese Kategorie behandelt Themen, bei denen es sich um Stilblüten, Kurioses und lustige Missverständnisse dreht, die beim Englischlernen entsthen kennen

Arnold Schwarzenegger English

Englisch lernende Deutsche mit ihrem Hang nach Perfektion, verzweifeln gerne am eigenen Unvermögen die englische Sprache in allen Einzelheiten vollkommen zu meistern.
Stephen King hat in diesem Zusammenhang gesagt, dass er sich motiviert, indem er schlechte Schriftsteller liest, in dem Wissen, es besser zu können als die vermeintlichen Dilletanten.
Auch wenn die Strategie sich mit Schlechteren zu messen, um das eigene Selbstwertgefühl zu steigern, zweifelhaft ist, kann ein Vergleich mit den Versuchen der englischen Sprache des ehemaligen Mr. Universum und Gouverneurs von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, das eigene Unvermögen durchaus relativieren:

Salary Vs. Celery

„Sellerie, so ist das Leben“, wie der Lateiner zu sagen pflegt, oder so ähnlich.

Auch im Englischen ist das Gemüse aus der Familie der Doldenblütler nicht ganz unproblematisch, jedenfalls für Deutsche, die in dieser Sprache dilletieren.

Wer nämlich seine Suppe mit salary verfeinert, hat schon den Salat, weil dies nämlich Gehalt bedeutet.

Wenn Sie also den Satz „my boss cut my salary“ mit „ mein Chef hat meinen Sellerie geschnitten“ übersetzen, wird in Ihrer Suppe zukünftig das Salz fehlen.

Also merke: celery = Sellerie; salary = Gehalt

Interessant ist vielleicht weiterhin, dass obwohl „salary“ heute nichts mehr mit Küche zu tun hat, dennoch einer gewissen Würze nicht entbehrt. Denn „salary“ hat seinen Ursprung in dem lateinischen Wort „sal = Salz“. Denn in den herzhaften Tagen des Imperium Romanum waren Gewürze rar und wurden als Zahlungsmittel benutzt.

Death by China – gelbe Gefahr auf Amerikanisch

Schon der deutsche Kaiser Wilhelm hat mit diplomatischem Weitblick und Fingerspitzengefühl, die Bewohner des Reichs der Mitte, als die gelbe Gefahr bezeichnet.

Diesen Gedanken aufgreifend sind sich nun US Amerikaner darüber klar geworden, dass das Outsourcen von Jobs nach China, im eigenen Land Arbeitslosigkeit verursacht.

Die Dokumentation „Death by China“ hat auch blitzgescheit die Schuldigen ausgemacht: die anderen, sprich die Chinesen. Amerikanern sind nun die Hände gebunden, denn Sie müssen ja stets das preiswerteste kaufen, um sich später zu beklagen, dass sie arbeitslos sind.

Zum Glück kann ich mich von dieser Schuld freisprechen, denn die meisten meiner Konsugüter sind „Made in Vietnam.“

The Extra Mile – biblische Überstunden

Wenn Arbeitgeber heutzutage Ihre Unterlinge darauf aufmerksam machen, dass es, um vorwärtszukommen, notwendig ist, „the extra mile“ zu gehen, also Überstunden zu machen, sind sie sich wahrscheinlich nicht bewusst, dass sie sich des Matthäus Evangeliums bedienen, um Ihre Mitarbeiter zu motivieren.

Matthew 5:41. King James Version (KJV). 41 And whosoever shall compel thee to go a mile, go with him twain.“

Die englische Übersetzung der Bibel, in eine auch für das einfache Volk zugängliche Version, die sogenannte King James Bible (KJV), hat bis heute in der englischen Umgangssprache Spuren hinterlassen.

Butterfinger Vs. Butterface

Genau wie man sich im Deutschen die Butter nicht vom Brot nehmen lässt, spielt geschlagene Milch auch in der englischen Umgangssprache eine Rolle.

Besonders interessant ist dies in Verbindung mit Körperteilen:

Ein butterfinger ist jemand, der aufgrund seiner Ungeschicklichkeit gerne Dinge fallen lässt.

z.B.:

Jesus, I dropped that porcelain cup, that´s just my butterfingers.

Butterface ist die wenig schmeichelhafte Bezeichnung für eine Frau, die zwar aufgrund ihres Körpers sehr attraktiv ist, aber aufgrund ihres Gesichtes, dem subjektiven Auge des Betrachters zu wünschen übrig lässt.

Der Begriff hat eigentlich mit butter nichts zu tun, sondern setzt sich zusammen aus: but her face = butterface.

Jesus Chrysler – Du sollst den Namen des Herr nicht missbrauchen

Die englische Sprache hat Mittel und Wege gefunden die emotional entladene Wirkung von  Schimpfwörtern zu erhalten, ihnen aber die Schärfe zu nehmen, indem sie diese leicht verfremdet.

Genau wie im Deutschen das Wort, das mit Sch anfängt mit „Scheibenkleister“ umschrieben wird, wird im Englischn aus damn, darn und aus dem F-Wort frigging.

Desselben Mechanismus bedienen sich Anglophone, um sich nicht auch noch zusätzlich der Blasphemie schuldig zu machen:

So wird aus Oh my God, oh my gosh und in den USA wird der Nachname des Allmächtigen in eine kurzerhand in eine Automarke verwandlet: Jesus Chrysler.

Fuel vs. Fool

Die englische Aussprache hat es besonders für Deutsche in sich und hält stets ein stattliches Fettnäpfchenpotential bereit. So gehört bei den Wörtern fuel (ˈfyü(-ə)l = Kraftstoff) und fool (ˈfül = Narr). Wenn Sie also in diesem Zusammenhang nicht aufpassen, können Sie aus der fuel gauge (=Tankanzeige) eine fool gauge (=Idiotenanzeige) machen.

Cooper mehr als nur ein Gary

Ein Wahrzeichen von München ist der Tanz der Schäfflerzunft in voller Trachtenmontur.

Nicht nur, dass viele heute nicht mehr wissen was ein Schäffler überhaupt ist (ein Handwerker der Fässer macht), auch die englische Übersetzung dieses aussterbenden Berufes ist eher aus Funk und Fernsehen bekannt, nämlich cooper. (obwohl man da nicht mehr sicher sein kann, denn Prominente haben heute ein geringeres Verfallsdatum als Frischmilch)

Nicht zu verwechseln mit copper, was ein abwertender Identifikator für einen Vollzugsbeamten der Exekutive (Polizisten) ist.

Beach vs. Bitch

Life’s a beach (ˈbēch) oder a bitch (ˈbich). Je nach Einstellung macht hier die richtige Aussprache die Musik. Beach (= Strand)  ist wie die gleichnamigen Boys Synonym für gute Laune und Lebensfreude, während bitch außer als Identifikator für die weibliche Abart des besten Freundes des Menschen, auch noch Synonym für Zicke sein kann.

Wenn Sie also aus einem beach set ein bitch set machen, ist ein interkulturelles Tschernobyl vorprogrammiert.