Archiv der Kategorie: Idioms-Redewendungen

To Make A Silk Purse out of a Sow’s ear – von englischen Ackergäulen und Rennpferden

Dass man aus einem Ackergaul kein Rennpferd machen und aus einem Kieselstein keinen Diamanten schleifen kann ist auch in englischsprachigen Ländern bekannt, nur dass diese sich im diesem Zusammenhang lieber auf die Hörextremtitäten von Paarhufern aus der Gattung der weiblichen Hausschweine berufen:

To make a silk purse out of a sow’s ear = aus einem Volkswagen einen Ferrari machen

z.B:

This team is useless, you can’t make  a silk purse out of a sow’s ear.

Idee: Carsten Hardt.

Pig’s Ear – englischer Saubeutel

Während man im Deutschen etwas versaubeutelt ist die englische Art auszudrücken, dass man etwas in den Sand gesetzt hat: to make a pig’s ear out of something.

zum Beisspiel:

You made a real pig’s ear out of this assignment, you will never go to university if you go on like this.

Im reimenden Unterweltslang London’s Cockney ist pig’s ear auch gleichbedeutend mit beer.

Tonight I’m going to the pub to have a pig’s ear.

Dog’s Ear – englisches Eselsohr

Das deutsche Eselsohr ist im englischen ein Hundeohr (dog’s ear) . Warum die deutsche Sprache sich im Bezug auf eine umgeknickte Seite eines Buches auf einen Paarhufer mit querulantischer Persönlichkeitsstörung beruft, während die Englische lieber auf des Menschen besten Freund zurückgreift, ist nicht geklärt. Wer jedoch Vorschläge hat, kann gerne seine Meinung abgeben, und falls er Recht hat, mich auf ein Bier einladen.

zum Beispiel:

I only gave him this book for three days, and I got it back all dog-eared and smudgy.

Keel Idioms

Der ehemalige Glanz des britischen Empires und einer ehemals stolzen Royal Navy, lässt sich auch heute noch in der Vorliebe der Inseleuropäer beim Verwenden von Redewendungen aus dem Bereich der Seefahrt feststellen:

to be on an even keel =  ausgeglichen sein

zum Beispiel:

Our relationship was on an even keel, till he started to date this hippie chick.

to keel-haul somebody = jemanden kielholen

zum Beispiel:

If the boss finds out about this, he will keel-haul you.

zum Beispiel:

to keel over =  unkippen

zum Beispiel:

John can drink ten beers without keeling over.

Tooth Idioms – zahnig

Wenn hohe Zahnarztrechnungen drohen, bleibt nur gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Auch im Englischen. Da besonders die USA das Land des Blend-A-Med Lächelns sind, hier einige Redewendungen, die die kleinen Beißerchen zum Gegenstand haben und Ihnen hoffentlich Ihr Dr. Best Grinsen entlocken:

to have a sweet tooth =  eine Naschkatze sein

z.B.: Johnny really has a sweet tooth he already had five doghnuts today.

to be toothsome = lecker sein (im Bezug auf Frauen = ein steiler Zahn sein)

z.B.: This steak looks really toothsome. Our new female apprentice is really toothsome.

to be long in the tooth = alt sein

z.B.: Rafting? I’m a little long in the tooth for this kind of sport.

clean as a hound’s tooth (auch clean as a whistle) = blitzsauber sein

z.B.: What do you want, my shirt is clean as a hound’s tooth, never mind my wearing it for a whole week.

Salt Idioms – das Salz in der englischen Umgangssprache

Der menschliche Körper enthält etwa vier Salzstreuer voll Salz. Im alten Rom wurden die Legionäre oft mit Salz bezahlt. Kein Wunder also, dass sich dieses wertvolle Gewürz auch in der englischen Umgangssprache wiederfindet.

the salt of the earth = eine sehr wertvolle Person

Mr. S is the best Englisch teacher I have ever had. He is the salt of the earth.

to take something with a pinch a of salt = etwas nur zur Hälfte glauben

Man, this dude is all talk, you better take everything he’s telling you with a pinch of salt.

rub salt in the wound = Salz in die Wunde streuen

When you told her that the black dress made her look slimmer, you only rubbed salt in the wound.

eat someone’s salt =  jemandes Gast sein

When your’re eating my salt, you could at least make yourself useful.

Nail Idioms – englisches Nagelstudio

Genau wie im Deutschen trifft man auch im Englischen den Nagel auf den Kopf:

to hit the nail on the head

zum Beispiel: When John said that the boss was a real idiot, he really hit the nail on the head.

Wenn jemand im Deutschen beinhart ist, ist er im Englischen tough es nails.

zum Beispiel: Our new player is tough as nails.

Jemanden zusammenstauchen heißt auf Englisch, to nail back somebody’s ears.

zum Beispiel: The boss really gave the new trainee a real dressing down, he really nailed his ears back.

Ein Kampf bis auf Messer bedeutet im Englischen: to fight tooth and nail.

zum Beispiel: These two guys have been fighting tooth and nail for years now.

St. Patricks Day – Painting the town green

Es ist interessant, dass der Mensch immer einen Anlass braucht, um sich zu betrinken.

Der Schutzpatron Irlands, St. Patrick, der erste christliche Missionar, der sich in diese rauhe Gegend wagte,  liefert mit seinen Todestag, dem 17. März 481 oder 483, weltweit Millionen von Iren, irischstämmigen US-Amerikanern und anderen Trinkern, einen Vorwand, sich so richtig die Kante zu geben.

Um dem ganzen einen traditionellen Anstrich zu verleihen, färben zum Beispiel irischstämmige, vom Reinheitsgebot befreite,  Barbesitzer in den USA, an diesem Tag ihr Bier grün. Grün ist nämlich die Farbe, die auf der Nationalflagge der Republik Irland, die katholische Mehrheit der Insel repräsentiert.

Apropos Farben: die Redewendung im Deutschen “es so richtig krachen zu lassen” entspricht im Englischen “to paint the town red“, was von der irischen Biermarke Guiness, für den St. Patrick’s Day kurzerhand zu “to paint the town green” umgemünzt wurde.

Die traditionelle Parade in München zu diesem Anlass, ist mit mehrern tausend Teilnehmern aus Irland, Schottland und England, die größte in Kontinentaleuropa. In diesem Jahr ist sogar die Allianzarena zu Ehren des irischen Nationalfeiertages grün erleuchtet.

Bluenoser vs. Brownnoser

Während im Deutschen kann eine Nase maximal rot sein kann, bietet das Englische ein weitaus interessanteres nasales Farbspektrum.

Bluenoser ist ein Spitzname für jemand aus dem Ort Nova Scotia in Neu-Kaledonien (Canada). Dies hat seinen Grund nicht darin, dass die Nase aufgrund der Kälte blau verfärbt, sondern geht auf einen berühmten lokalen Rennschoner mit dem klangvollen Namen “Bluenose” zurück.

Ein brownnoser ist ein Schmeichler, der Ausdruck hat seinen Usprung in dem bildhaften Verlgleich, dass diese Personengruppe seinem Vorgesetzen sein Riechorgan gerne dahin steckt, wo die Sonne nicht scheint.