Category Archives: Interkulturelles

Interessantes rund um das Thema interkultuerelle Unterschiede von Deutschen und Engländern bzw. Amerikanern

To Outdo Oneself – unübertroffen

Normale Leistung reicht heute keinem Arbeitgeber mehr, commitment und unbezahlte Überstunden sind die Zauberworte, die die Augen moderner Chefs zum Leuchten bringen. Wenn Sie Ihrem Boss auf Englisch klarmachen wollen, dass Sie trotz dessen Unglauben, sich wieder mal selbst übertroffen haben, so können Sie dies auf besonders idiomatische Art tun, indem Sie sich der Redewendung  „to outdo oneself“ (sich selber übertreffen, sein Bestes geben) bedienen.

What do you mean the figures are no good, I outdid myself again this month.

Mit Vorsicht zu genießen ist die Redewendung „I will do my best„, weil dies im Land der Welmeister der ironischen Anspielungen und Zweideutigkeiten, oft als sein Gegenteil interpriert werden kann.

A Monday´s Child Is Fair of Face – Montagskind

Während man ind Deutschland den Dingen, die ein Montag hervorbringt, eher skeptisch gegenübersteht („Montagsgerät„), hält sich in anglophonen Ländern hartnäckig der Aberglaube, dass ein Kind, das an einem Montag geboren wurde, sehr gutaussehend sein soll.

Dieser Aberglaube geht zurück auf einen sehr populären Reim:

„Monday’s child is fair of face, / Tuesday’s child is full of grace, / Wednesday’s child is full of woe, / Thursday’s child has far to go, / Friday’s child is loving and giving, / Saturday’s child works hard for a living, / But a child that is born on the Sabbath day / Is blithe and bonny, good and gay.“

English RP – königliches Englisch

Genau wie im Deutschen, gibt es natürlich auch im Englischen regionale Unterschiede, was Aussprache und Dialekte anbelangt. Grobe Vergewaltigungen der Standardsprache wie im Deutschem zum Beispiel Sächsisch oder Schwäbisch, gibt es auch im Englischen, so sind Schotten oder Nordengländer, für Ungeübte nur sehr schwer zu verstehen.

Anders als im Deutschen ist der Dialekt im Englischen (besonders im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland) nicht nur ein regionales Erkennungsmerkmal, sondern kennzeichnet auch die Klassenzugehörigkeit des Sprechers. So sprechen Mitglieder der britischen Oberklasse unabhängig aus welcher Region diese stammen, das sogenannte „English RP“ (recieved pronounciation) oder King’s English, während die Unterschicht ihr Sprache mit den farbefrohsten Akzenten dick untermalt.

Plötzlich den Dialekt zu wechseln (Hochsprache zu sprechen), heisst im Inselreich seine Wurzeln zu verleugnen, und wäre etwa gleichbeutend mit dem Wechseln seiner Anhängerschaft beim Fußball, was gar nicht gerne gesehen wird.

Amerikanisches Englisch ist nicht nur von seiner Aussprache her verschieden, sondern benutzt auch noch eine Reihe anderer Wörter:

football soccer Fußball
garden yard Hausgarten
handbag purse Handtasche
hire purchase installment plan Ratenkauf
let rent vermieten (z. B. Wohnung)
number plate license plate Autonummernschild
petrol gas Benzin
return ticket round trip ticket Rückfahrkarte
spanner wrench Schraubenschlüssel
sweets candy Süßigkeiten
trousers pants Hose
windscreen windshield Windschutzscheibe
mudwing fender Kotflügel
valve tube Elektronenröhre

Football Vs. Soccer – oval und rund

Auch wenn es manchen unverständlich scheint, verwandeln sich auch normalintelligente Menschen in, vom Reptilienhirn kontrollierte Halbaffen, sobald die Sportschautitelmelodie ertönt.

Manch einer wiederum, dem man eigentlich keine besonderen Geistesleistungen zutraut, verwandelt sich gehirnmäßig in einen Schachweltmeister, wenn es sich um Fußballtrivia handelt.

Fußball ist besonders in GB ein beliebtes Small Talk Thema, weswegen es vielleicht Sinn macht, ein bis zwei Dinge zu diesem Thema zu sagen.

Ein interkulturelles Problem zwischen US Amerikanern und Briten ist die Bezeichnung jenes ritualisieten Aggressionsabaus rund um einen Lederball. Während in den USA football eine, an eine offene Feldschlacht erinnernde, Keilerei um einen eiförmigen Lederball ist (kann ein Ball eiförmig sein?) , ist im Mutterland des Fußball, football, (mit einem runden Ball) die Bezeichnung für jene Sportart, die jedes Wochenende Millionen von Männern, und mittlerweile auch Frauen, europaweit in eine Art Trancezustand versetzt, nämlich Fußball.

Problematisch ist es, dass speziell die Briten es nicht gerne hören, oder es sogar als Affront betrachen, wenn man ihre heilige Kuh unter den Sportarten als „soccer“ bezeichnet.

Unverständlich warum die Inselbewohner diesen Sport so ernst nehmen, wo sie noch nicht einmal besonders gut darin sind. (Letzer internationaler Erfolg 1966)

Bench Vs. Bank

Wieder mal falsche Freunde Alarm bei „Englisch Müchen“. Ein weiterer Klassiker dieser Kategorie ist „bank„.

Bank“ ist im englischen nur die Institution die mit Geldern hantiert, die ihr nicht gehören, während die Bank, auf der man sitzt „bench“ heisst.

z.B.

Nobody sat on the substitutes‘ bench as elegantly as I did. (Niemand saß so elegant auf der Ersatzbank wie ich)

Vorsicht: Ein „bank holiday“ ist im Vereinigten Königreich von Großbritannien and Nordirland kein „Bankenurlaub„, sondern ein gesetzlicher Feiertag.

Boxing Day – ohne Kampf

In Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland und vielen Ländern des Commonwealth wird der zweite Weihnachtsfeiertag als „Boxing Day“ gefeiert.

Dies hat nichts damit zu tun, dass an diesem Tag etwa Faustkämpfe ausgetragen werden, sondern der Ursprung des Namens rührt von dem Brauch her, dass die Herrschaften früher ihren Bediensteten an diesem Tag die Weihnachtsgeschenke, in Schachteln (boxes) verpackt, übergeben haben.

Hoser Vs Hoosier

Wieder mal hat ein kleiner Unterschied eine große Wirkung. Diesmal im Bezug auf zwei lokalpatriotische Spitznamen:

Ein „Hoosier“ ist die Bezeichnung für einen Einwohner des US Bundesstaates Indiana. Der Ausdruck stammt von der Veräppelung der dort üblichen Anwort auf ein Türanklopfen “ Who´s there„. Eine andere Anekdote meint, dass der Ursprung dieser Bezeichnung von dem Zitat eines ortsansässigen Generals stammt, der nach einer Schlacht ein Ohr aufhob und fragte: „Whose ear?“

Ein „Hoser“ ist ein Kanadier, der Ausdruck stammt von dem Brauch, der das verlierende Team eines Eishockeyspiels verpflichtete, die Eisfläche mit Wasser abzuspritzen. (to hose = abspritzen, gießen)

weitere Spitznamen für lokale Originale:

Cockney = Londoner

Knickerbocker = New Yorker

Brummie = Birminghamer

Paddy = Ire

Head On – oder der Kopf eines Bieres

Wenn man die Begriffe Kopf und Bier verbindet, assoziiert man meist Unagenehmes. Dicker Schädel, Lautstärke ins Unendliche amplifiziert, heilige Schwüre Alkohol nie mehr auch nur anzusehen.

Für Liebhaber der irischen Biermarke Guiness, ist der „head„, die Schaumkrone, eines solchen Bieres unverzichtbares Qualitätsmerkmal und als solches für den ungeschränkten Genuss dieser hochviskosen Hopfenkaltschale ein absolutes Muss.