Category Archives: Interkulturelles

Interessantes rund um das Thema interkultuerelle Unterschiede von Deutschen und Engländern bzw. Amerikanern

interkulturelle Unterschiede GB – US

Diesmal geht es nicht um Unterschiede zwischen Deutschen und Anlgophonen, sondern um Unterschiede zwischen Briten und Amerikanern.

Die Briten lieben es, während einer Konversation,  Sätze um Question Tags (isn´t it, doesn´t it) zu erweitern, um den Gesprächspartner zu einem Kommentar aufzufordern. Amerikaner hingegen, bevorzugen ein „right“ oder „okay“ anzufügen, um denselben Effekt zu erzielen. Dies entspricht etwa dem deutschen „nicht wahr?

Eine typische amerikanische Angewohnheit ist es ein Wort mit dem Suffix -wise zu ergänzen, was dem deutschen -mäßig entspricht.(z.B. Businessmäßig = businesswise).

Mit diesem Phänomen kann sich über eventuelle Vokabellücken retten, weil man -wise so gut wie an alle Substantive anhängen kann. Dies ist nicht unbedingt sehr gutes Englisch „grammar-wise – grammatikmäßig„, aber in Schönheit zu sterben können Sie anderen überlassen, right?

example:: The new product wasn´t very appealing feature-wise, however, turnover-wise it was a big hit.

it´s hip to be square – spießig ist riesig

Die Industrie verlangt von ihren Mitarbeitern Anpassung und Commitment bis ins Burn Out. Flurbereinigte Lebensläufe sind State-of-the-art. Gut, dass da schon in den Achtzigern ein Pop Musiker einer Generation von stromlinienförmigen Aalen das verbale Rüstzeug zur moralischen Rechtfertigung bereit gestellt hat.

it´s hip to be square    (es ist so chic ein Spießer zu sein)

I used to be a renegade, I used to fool around
But I couldn’t take the punishment, and had to settle down
Now I’m playing it real straight, and yes I cut my hair
You might think I’m crazy, but I don’t even care
Because I can tell what’s going on
It’s hip to be square

I like my bands in business suits, I watch them on TV
I’m working out ‚most everyday and watching what I eat
They tell me that it’s good for me, but I don’t even care
I know that it’s crazy
I know that it’s nowhere
But there is no denying that
It’s hip to be square

It’s not too hard to figure out, you see it everyday
And those that were the farthest out have gone the other way
You see them on the freeway, It don’t look like a lot of fun
But don’t you try to fight it; „An idea who’s time has come.“

Don’t tell me that I’m crazy
Don’t tell me I’m nowhere
Take it from me
It’s hip to be square

Cockney Rhyming Slang

Der Londoner Dialekt ist nicht nur aufgrund einiger Besonderheiten seiner Aussprache einzigartig.
Die Londoner ersetzen einige Wörter durch andere, die reimen, aber eine vollkommen andere Bedeutung haben.

z.B. feet = plates of meet; don´t step on my feet = don´t step on my plates of meat

Der Ursprung dieses Slangs kommt aus der Sprache der Londoner Unterwelt und wurde wahrscheinlich erfunden, um die Polizei zu verwirren.

weitere Beispiele:

  • statt head (Kopf) – reimt sich auf loaf of bread (ein Laib Brot) – sagt man loaf, z. B. Use yer loaf! (etwa: Denkbirne einschalten!)
  • statt look (Blick) – reimt sich auf butcher’s hook (Fleischerhaken) – sagt man butcher’s, z. B. Have a butcher’s! (gemeint: Schau mal her!)
  • statt money (Geld) – reimt sich auf bread and honey (Brot und Honig) – sagt man bread
  • statt wife (Ehefrau) – reimt sich auf trouble and strife (Kummer und Hader) – sagt man trouble
  • statt road (Straße) – reimt sich auf frog and toad (Frosch und Kröte) – sagt man frog (Quelle Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Cockney)

to go with the flow – American consumerism

Der Normalfall in den USA ist eine extreme Anpassung, die das Individum bis zur Unsichtbarkeit mit seiner Lebensumgebung verschmelzen lässt. Da die Amerikaner ein mobiles Volk sind, müssen sie mit ihrem Wohnort und ihrer Arbeit gleichzeitig auch ihre Identität oft mehrmals in ihrem Leben ändern. Was in anderen Nationen als Wendehalsverhalten gebrandmarkt werden würde, stellt einen US-Bürger vor keine größeren Sinnkrisen. Der Begriff ist to „reinvent yourself„. Viele Amerikaner geben sich, ihren gegenwärtigen äußeren Umständen entsprechend, regelmäßig einen neuen Anstich. Frei nach dem Motto“if you cannot beat, them join them„, ist es normal die Fahne nach dem gegenwärtigen Wind zu richten, „to go with the flow“ ist die Devise.

Leider kollidiert dieses extreme Anpassungsverhalten mit einer anderen Facette des amerkanischen Selbstverständisses, nämlich Individualität, und dem verfassungsmäßig garantierten Recht sein Glück zu suchen ( „the right to pursue happiness„).

Um den Spagat zwischen flurbereinigtem Leben und individuellem Glückssucher zu schaffen, haben die USA ein Ventil geschaffen, das eine Sinnkrise gar nicht erst aufkommen lässt: Customizing ! In Amerika ist es möglich seine täglichen Konsumprodukte bis zum Aberwitz zu personalisieren und garantiert dadurch genormten Existenzen die Menschwerdung durch den Erwerb von Special Editions, First Editions und Hemden mit Monogrammen. Ebenso ist die extreme Serviceorientierung in den USA ein Abfallprodukt dieser Entwicklung, weil wer sich über Konsum definiert, schlechten Service als persönliche Beleidigung auffasst. Ich konsumiere also bin ich.

I will do my best

Briten sagen nicht immer das was Sie meinen und Deutsche, die daran gewöhnt sind direkte Anweisungen zu geben und zu empfangen, können hier schnell interkulturell bruchlanden.

Ein Beispiel:

Bei der Übernahme eines britischen Automobilherstellers durch einen südddeutschen, wurde das direkte Auftreten der neuen Mitarbeiter vom Festland von den Inseleuropäern als arrogant und unangenehm empfunden.

Die feine englische Art eine als anmaßend empfundene Anweisung zu unterlaufen, ist diese mit dem Satz „I will do my best“ zu quittieren, was etwa dem verbalen Mittelfinger entspricht.

Die Deutschen, die diese Antwort für bare Münze nahmen, dachten, dass alle Probleme beiseitigt wären.

Der Erfolg dieses Joint Ventures ist bekannt.

queuing – ein britischer Nationalsport

Wenn immer Sie in Grossbritannien einer Menschenmenge begegnen vergewissern Sie sich, ob es bei dieser Ansammlung um eine Schlange handelt, die sich aus irgendeinem Grund anstellt.
Queuing (Schlange stehen) ist auf der Insel eine sehr ernste Angelegenheit. Sie können eine Gruppe von emotional tiefgefrorenen Briten aus dem Koma ihres Understatements holen und in einen rasenden Lynchmob verwandlen, wenn Sie sich vordrängeln. Deswegen immer auf Nummer sicher gehen und fragen: “ Are you in the queue“. Kostet nichts und rettet Leben.

Wie ernst die Sache ist, illustriert vielleicht dieses Beispiel.

Ein Freund von mir glaubte schon, dass sein letztes Stündchen geschlagen habe, als sich ihm, alleine wartend, an einer Bushaltestelle zu vorgerückter Stunde ein Brite von den Ausmassen eines steirischen US Gouverneurs näherte. Weit und breit war niemand zu sehen und der Londoner Nebel versperrte die Sicht.
„Are you in the queue?“ Mein Freund liess dem Londonder gerne den Vortritt.

Great Britain vs United Kingdom

Ein weiterer Post bezugnehmend auf die komplexe Struktur der Staaten im Staat im Vereinigten Königreich von Grossbritannien und Nordirland.

Bis vor kurzem habe ich selber nicht gewusst, dass man zwischen Grossbritannien, nämlich England, Wales und Schottland und dem Vereinigten Königreich von Grossbritannien und Nordirland unterscheidet, d.h. also GB + Nordirland.

Na ja, es gibt auch Obergiesinger, die beleidigt sind, wenn man sie als Untergiesinger bezeichnet. Also hier höchste Vorsicht !!!

The Union Jack – die Fahne des Vereinigten Königreiches (UK)

Weil das Leben zu einfach ist lieben die Menschen es, es sich zu verkomplizieren. Warum wohl haben die Chinesen eine Schrift mit mehreren tausend Zeichen erfunden, warum braucht man mehrere Leben um die deutsche Steuergesetzgebung zu verstehen.

Da wollen natürlich auch die Inseleuropäer nicht hinten anstehen und was dem Deutschen seine Steuererklärung und dem Chinesen seine Schrift, sind den Briten und Iren ihre nationalen Minderheiten und provinziellen Zwistigkeiten.

Da überrascht es nicht, dass die Fahne des Vereinigten Königreiches nicht einfach eine Flagge ist, sondern eine Erklärung braucht.

Die Fahne Gossbritanniens, dieses rot, weiß, blaue Farbenpotourrie, das aussieht als hätte ein Malerlehrling seine Farbroller nach allen Kardinalpunkten ausprobiert, ist eingentlich ein Hybird aus den Fahnen Englands, Schottlands und Irlands.

Die Fahne Englands ist ein rotes Kreuz auf weissem Grund (St. Georgsfahne), die von Schottland ein diagonales, weisses Kreuz auf blauem Grund (die Fahne des heiligen Andreas) und die irische Flagge des 17. Jahrhunderts ein rotes, diagonales Kreuz auf weissem Grund (St. Patrick). Alle vereint geben mit ein bischen Phantasie den „Union Jack“ die Fahne des Vereinigten Königreichens.

Wem das zu kompliziert ist, sollte wissen, dass das Vereinigte Königreich von Grossbritannien und Nordirland auch sieben Nationalhymnen hat. Über dieses Thema kann aber jemand anderes schreiben.

Zu schnell in USA

Während Deutschland, das Land, in welchem eigentlich alles bis auf den Millimeter reguliert ist, sich den Luxus einer nicht existierenden Geschwindigkeitsbegrenzung gönnt, nehmen US Polizeibeamte die Einhaltung des Speed Limits im Land der unbegrenzten Möglichkeiten offenbar sehr ernst.