Viele Produkte des täglichen Lebens sind derart Bestandteil unseres Alltages geworden, dass diese in die Umgangssprache übernommen wurden. Im deutschen wäre “Tempo” ein typisches Beispiel.
Im Englischen gibt es eine Redewendung, die dem deutschen “blitzsauber” entspricht, nämlich “spic and span“. Der Name stammt von einem Reinigungsprodukt, das von zwei Hausfrauen in Michigan in Eigenregie erfunden wurde und so erfolgreich war, dass es schließlich von Procter & Gamble aufgekauft wurde.
Ein weiteres Beispiel ist der Ausdruck to “hoover” für Staubsaugen, die ihren Ursprung im Namen der gleichlautenden Reinigungsgerätefirma hat.
Die Physik ist die Lehrer der Körper und der Begriff hat seinen Ursprung in dem griechischen Wort Physis (φύσις). Im Englischen ist in diesem Zusammenhang Vorsicht geboten, denn der deutsche Physiker ist der englische “physicist” und ein “physician” ist ein Arzt.
Das Thema des vorherigen Blogposts aufgreifend eine weitere idiomatische Redewendung mit “house“, die im Bezug auf ihr deutsches Äquivalent, eher weit hergeholt scheint.
Die englische Entsprechung des deutschen “stubenrein” ist “housebroken“, was also nichts mit einem Einbruch zu tun hat.
Ein “Einbrecher” ist im Englischen der “burglar“.
Das Haus ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens, natürlich auch in anglophonen Ländern. So ist es wenig verwunderlich, dass dieses Wort Grundlage für einige idiomatische Redewendungen der englischen und US amerikanischen Umgangssprache ist.
Während man “who sits in the glass house shouldn´t throw with stones” wortwörtlich übersetzten kann, ist der Ausdruck “to bring the house down” nicht mehr 1 : 1 kompatibel. “To bring the house down“, bedeutet so etwas wie “den Vogel abschießen“, also einen Witz so gut zu erzählen, dass sich das Publikum vor Lachen auf die Schenkel schlägt.
Auf den ersten Blick scheinen die beiden Vokabeln nicht so verwechselungsträchtig, als dass sie eines Artikels bedürfen. Dennoch hat einer meiner weiblichen Kunden neulich im Unterricht gesagt:
I need three hot males a day. (wobei sie natürlich “meals” gemeint hat)
male = Mann, männlich (Aussprache wie “e-mail” ohne e)
meal = Mahlzeit (Aussprache: wie Miele ohne e)
Ein Sprichwort besagt, dass in der Liebe und im Krieg alles erlaubt sei. Bei so kompetetivem Denken ist es wenig verwunderlich, dass sich die amerikanische Umgangssprache des beliebtesten Breitensportes, nämlich “Baseball” bedient, um den Erfolg eines jungen Verehrers bei seiner Holden bei einem “date“, einem romantischen Stelldichein also, zu dokumentieren:
“To get to 1st base” bedeutet, dass er die Angebetete küssen dürfte.
Bei “2nd base” dürfte er etwas von der weiblichen Anatomie seiner Verabredung erforschen.
“3rd base” schließt bei der Erkundung der Anatomie auch die Unterwäsche mit ein.
Was bei “4th base” oder “homerun” passiert überlasse ich der Phantasie des Lesers.
Der Wulff geht, Horst Seehofer kommt, ob wohl beide alle Bundesstaaten ihrer Republik aufzählen könnnen? Auf jeden Fall nicht auf Englisch. Hier einige Beispiele:
Niedersachsen = Lower Saxony
Nordrhein-Westfalen = North-Rhine Westphalia
Rheinland Pfalz = Rhineland Palatinate
Bayern = Bavaria
Thüringen = Thuringia
Baden Württemberg = Baden Wuerttemberg
Sachsen Anhalt = Saxony-Anhalt
Keine deutschen Bundesstaaten mehr, aber vielleicht auch interessant (historisch):
Silesia = Schlesien
Prussia = Preußen
Austria = Österreich
So wie schon bei interested vs interesting, macht auch bei bored vs. boring der Verwendung der entsprechenden Endung einen großen Bedeutungsunterschied, der oft und gerne von Englisch Fremdsprache Lernenden übersehen wird:
bored = gelangweilt; boring = langweilig
z.B.
I am never bored when I read “Englisch für alle”.
I don´t think Mary is boring.
Gerne und oft verwechseln Englisch lernende Germanen die Wörter “interested” und “interesting“. Eigentlich schwer einzusehen warum, weil doch “interested” “interessiert” heisst”, und “interesting” “interessant“. Alles klar?
z.B.
I am very interested in reading “Englisch für alle” (interessiert)
“Englisch für alle” is a very interesting site.(interessant)
Viele halten sich für Geistreich, wenige sind es wirklich. Die Zahl selbsternannter Genies ist groß, wesegen besonders im Englischen Vorsicht geboten ist. Das Englische Wort “genie” hat mit dem deutschen “Genie” (Aussprache “Jeannie” wie das Lied von Falco) sehr wenig an der hochbegabten Mütze, sondern ist ein “Flaschengeist“. So würde man manchem wünschen, dass unter seinen drei Wünschen etwas mehr Geist sei.
Das deutsche “Genie” ist der englische “genius“.