individueller Englischkurs von Muttersprachler USA

Sprachhemmungen abbauen / überwinden

Sprachhemmungen sind oft das eigentliche Problem, wenn es darum geht im modernen Büroalltag seine englischen Sprachkenntisse einer echten Feuertaufe zu unterziehen. Normalerweise macht das geschriebene Englisch keine Schwierigkeiten, denn mit Leo und dem Google Üversetzer kann man in aller Ruhe seine englischen E-mails auf Herz und Nieren prüfen. Ganz anders läuft es da im interpersonellen Kontakt ab. Man muss mit schlechten Telkoverbindungen und regionalen Dialekten klarkommen und außerdem spielt einem der eigene innere Schweinehund ganz gerne einen Streich. Wenn immer Sie aus heiterem Himmel Englisch sprechen müssen, schaltet Ihr Gehirn auf "Angriff oder Flucht", und Ihr Blut läuft aus Ihrem Gehirn in Ihre Arme und Beine. Diese Reaktion war in der Steinzeit sehr nützlich, um vor einem Säbelzahntiger davonlaufen zu können, ist aber im modernen Büroleben nicht sehr förderlich.

Im schlechtesten Fall haben Sie sich dann Vermeidungsstragien angewöhnt, um diesen Situationen aus dem Weg zu gehen und müssen  immer dann auf die Toilette, wenn eine ausländische Nummer im Display erscheint, oder verbinden an den Kollegen weiter, "der so gut Englisch spricht".

Die Lösung Ihres Problems liegt eigentlich näher als Sie denken, denn die meisten Menschen verfügen heutzutage über mehr oder weniger brauchbare Englischkenntnisse, stellen sich aber meist selbst ein Bein, weil sie sich über Jahre selbst darauf konditioniert haben, dass Englisch für sie ein Problem darstellt und sie deswegen einfach nicht über ihren eigenen Schatten springen können.

Hier einige Tips, wie Sie Ihre gesprochene Performance im Englischen mit wenig Aufwand in den Griff kriegen können:

Akzeptieren Sie zunächst Ihre Englischkenntnisse so wie Sie sind.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Je härter Sie mit sich selber ins Gericht gehen desto gehemmter werden Sie sein. Zunächst geht es einfach darum zu sprechen, über den Feinschliff können Sie sich später Gedanken machen. Ihr Ziel ist nicht der erste Redner Londons zu werden, sondern Englisch als Kommunikationswerkzeug für Ihren Berufsalltag zu verwenden.

Reden Sie langsam

Wenn Sie aus heiterem Himmel eine Fremdsprache sprechen müssen, darin ungeübt sind, eventuell sogar noch vor Publikum, dann können Sie sicher sein, dass Sie nervös werden. Wenn Menschen nervös werden, tendieren sie dazu schnell zu reden. Wenn Sie schnell reden, passt sich meist Ihr Gesprächspartner an Ihr Konversationsmuster an und Sie erzielen einen doppelt negativen Effekt. Erstens: Sie verhaspeln sich und der Vokabelkasten in Ihrem Gehirn wird vollkommen durcheinandergeschüttelt. Zweitens: Sie verstehen Ihren Dialogpartner schlechter, weil er in seiner Sprechgeschwindikeit einen Gang nach oben geschalten hat. Tun Sie sich selber einen Gefallen, reden Sie langsamer und befreien Sie sich so von Druck und Nervosität.


Easy Does It - Keep It Short And Simple

Da Sie als Englisch Lernender, bevor sie auch nur einen Satz sagen, alles bereits in Deutsch im Kopf haben und dies zunächst übersetzten müssen, tun Sie sich selbst keinen Gefallen, wenn Sie dies auch noch unnötig verkomplizieren. Sie werden das Sprachniveau, das Sie in Ihrer Muttersprache haben ohnehin in Englisch nicht halten können. Zudem ist Englisch sowieso weniger kompliziert als Deutsch. Verzichten Sie also auf lange komplizierte Satzkonstrukte mit vielen Nebensätzen. Sie tun sich selbst und Ihrem Gesprächspartner etwas Gutes.

Üben Sie Standards ein

In dieser Beziehung kann man ausnahmsweise einmal etwas von Politikern lernen. Üben Sie das sprechen in Satzbausteinen, die zu jeder Gelegenheit passen. Besonders in den ersten Sekunden im Gespräch in einer Fremdsprache, kann Ihnen das über die erste Nervosität hinweghelfen und den Ball einer Konversation ins Rollen bringen. Eine standardisierte Sprechweise ist anfangs vielleicht nicht besonders originell, hilft Ihnen aber Sicherheit und Routine zu erlangen.



Analysieren Sie die typischen Gesprächssituationen

Es mag traurig klingen, aber meistens ähneln sich die Gesprächsmuster in Konversationen in typischen Alltagssituationen sehr deutlich. Analysieren Sie diese, schlagen Sie das Vokabular nach und trainieren Sie diese mental in allen Variationen vor Ihrem geistigen Auge. Diese Übungen eigenen sich besonders für die Zeitfenster, in denen Sie nichts zu tun haben, also auf einer U-Bahnfahrt oder wenn Sie beim Zahnarzt warten. Besser als Candy-Crush-Saga spielen oder Gala lesen.

Nehmen Sie Englisch Privatstunden

Englisch Gruppenunterricht ist im Bezug auf das Verbessern Ihrer Sprachfähigkeit eher kontraproduktiv. Sie haben kaum Redezeit und müssen zuätzlich noch das wenig idiomatische Englisch der anderen Kursteilnehmer über sich ergehen lassen. Nur im Englisch Einzelunterricht können Sie Situationen trainieren, die für Sie wichtig sind. Nur so können Sie Englisch aus dem Stresskontext lösen, der es Ihnen so derart verleidet einfach entspannt darauf loszureden. In einer entspannten Konversationsstunde programmieren Sie sich Schritt für Schritt darauf, Ihr Potenzial voll abzuschöpfen.

Grammatik ist unwichtig

Wenn es ehrlich sind, werden Sie wahrscheinlich zugeben müssen, dass auch in Ihrer Muttersprache grammatikalisch nicht  immer korrekt reden. Erstaunlicherweise gehen viele Englisch Lernende sehr hart mit sich ins Gericht, wenn es darum geht eine Fremdsprache zu sprechen, sind aber in diesem Zusammenhang sehr entspannt, wenn es um ihre eigene Muttersprache geht. Grammatik ist wie ein Gerüst das für den Hausbau benötigt wird. Es sollte niemals Selbstzweck und wieder abgebaut werden, sobald das Gebäude steht.

Machen Sie sich frei von traumatischen Erlebnissen

Kaum ein Schüler, den ich hatte, der mir nicht von irgendeiner Horrorerfahrung erzählt hat, in der ihm mangelende Englischkenntnisse ein Bein gestellt haben. Sei es ein sadistischer Lehrer, eine misslugene Präsentation oder ein verpatzes Vorstellungsgerpäch. Das Vergangene ist vergangen und wird nicht besser in dem man es zu Tode analysiert. Lassen Sie Ihre Traumata hinter sich, und fangen Sie frisch an. Schließlich geht die Sonne ja auch jeden Tag neu auf.

Sie sind unwichtig

Viele Menschen wissen nicht, dass von dem meisten Gesprochenen nur eine sehr geringer Teil aufgenommen wird. Wissenschaftler gehen von ca. 5 - 10 % aus. Sie stehen nur selten im Mittelpunkt und die meisten Menschen warten in einem Gerpräch eigentlich nur auf die Pausen Ihres Gegenübers, um selbst mit dem Reden anzufangen. Wenn Sie einem Meeting mit zwanzig Teilnehmern beiwohnen, von denen jeder seinen Senf dazugeben will, brauchen Sie keine Angst zu haben, dass auch nur einem einzigen ein Grammatikfehler auffallen wird. Auch wenn sich Ihr Ego jetzt vor Schmerzen windet, vielleicht sind Sie nicht so wichtig wie Sie denken.

Hopfen und Malz erleichtert nicht nur die Balz

Um ihr Englischtraining etwas zu entspannen, kann es Sinn machen, Ihre englischen Sprachkenntnisse in einer irischen Kneipe vorort einem ersten Feldversuch zu unterziehen. Hierbei kann der kontrollierte Genuss von alkoholischen Genussmittelgiften enthemmend und förderlich wirken. Seien Sie jedoch vorsichtig, nicht nur Ihre Kneipenbekanntschaft wird mit zunehmendem Alkohol attraktiver, Sie können auch Ihren Englischkenntnissen die Bierbrille aufsetzen.


Do you speak German?

Anglophone nützen besonders in kompetetiven Situationen den Vorteil schamlos aus, dass Englisch mittlerweile lingua franca in der internationalen Geschäftswelt ist. Sie nehmen keine Rücksicht darauf, dass Sie enventuell Schwierigkeiten haben könnten, einen regionalen Dialekt zu verstehen, oder dass Schnellfeuer Stakkato nicht die passende Sprechgeschwindigkeit ist, um mit einem Nicht-Muttersprachler zu kommunizieren. Wehren Sie sich und behalten Sie stets im Auge, dass es kaum englische Muttersprachler gibt, die über gute Fremdsprachenkenntnisse verfügen. Seien Sie nicht schüchtern und zögern Sie nicht Ihren anglophonen Gesprächspartner einzubremsen (Stichwort: Could you speak more slowly please?). Auch das Eingeständnis "My English is not very strong." mag nicht gut für Ihr Ego sein, wird aber in seiner Offenheit einige km/h aus der Sprechgeschwindigkeit Ihres englischsprachigen Gegenüber nehmen, zumindest vorrübergehend. Auch der Versuch den Spieß umzudrehen, kann mit der Frage "do you speak any German?"  im Bezug  auf interkulturelle Kommunikation Wunder wirken. um klarzustellen, dass es auch noch andere Sprachen auf diesem Planeten gibt. Schließlich schadet es manchmal nicht klarzustellen, dass es außer Englisch auch noch andere Spachen auf unserem Planeten gesprochen werden.


Sprachhemmungen überwinden und einfach befreit sprechen